Autor: Jochen Meismann
Immer häufiger landen täuschend echt wirkende E-Mails angeblicher Anwaltskanzleien in den Postfächern von Firmen und Privatpersonen. Darin wird mit spektakulären Angeboten geworben: Maschinen, High-End-Elektronik, Möbel oder sogar Fahrzeuge, angeblich aus der Insolvenzmasse einer renommierten Firma.
Das Versprechen: Markenprodukte zu Schleuderpreisen. Doch die Realität sieht anders aus. Die beworbenen Produkte existieren gar nicht, und hinter den Absendern stehen keine Anwälte, sondern professionell organisierte Betrüger.
Die Täter setzen auf eine einfache Mischung aus seriösem Anschein und emotionalem Druck:
Der Titel „Rechtsanwalt“ genießt in Deutschland ein hohes Maß an Vertrauen. Wer von einer Kanzlei eine E-Mail erhält, hinterfragt selten die Echtheit. Genau dieses Vertrauen nutzen Kriminelle aus. Sie wissen: Eine angebliche Anwaltskanzlei wirkt seriöser als ein x-beliebiger Onlineshop.
Besonders perfide: Teilweise werden sogar Namen real existierender Anwälte missbraucht oder von solchen, die erst kürzlich ihr Büro beispielsweise auf Altersgründen geschlossen haben. Die Betroffenen erfahren davon oft erst, wenn geschädigte Verbraucher nachfragen.
Wer solche E-Mails erhält, kann typische Warnsignale erkennen:
Schon einer dieser Punkte sollte hellhörig machen. Treten mehrere zusammen, ist höchste Vorsicht geboten.

Für Opfer endet der Betrug nicht nur mit dem Verlust des Kaufbetrags. Häufig werden zusätzlich persönliche Daten abgegriffen: Bankverbindungen, Adressen, Ausweiskopien. Diese Informationen können später für weitere kriminelle Aktivitäten genutzt werden, etwa für Identitätsdiebstahl oder Phishing.
Auch für die Rechtsanwaltskammern bedeutet die Masche erheblichen Aufwand. Sie erhalten vermehrt Beschwerden, obwohl die echten Anwälte mit den Vorgängen nichts zu tun haben. Der Imageschaden für die Anwaltschaft ist enorm.
Die Polizei und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnen seit geraumer Zeit vor solchen E-Mails. Dennoch nehmen die Fälle zu. Grund: Die Täter agieren international, wechseln regelmäßig Server und Domains und nutzen modernste Techniken, um ihre Fälschungen immer glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Selbst erfahrene Internetnutzer haben Schwierigkeiten, die Fallen zu erkennen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte folgende Schritte beherzigen:
Je mehr Menschen über die Masche Bescheid wissen, desto schwieriger wird es für die Täter, weitere Opfer zu finden.
Die Täter setzen auf zwei Faktoren:
Diese Mechanismen sind altbewährt und funktionieren seit Jahrhunderten, im digitalen Raum jedoch auf einer neuen Ebene.
Langfristig hilft Ihnen nur eines: digitale Wachsamkeit. Dazu gehört unter anderem
Die Fake-Anwälte mit ihren angeblichen Insolvenz-Schnäppchen sind mehr als nur ein lästiges Spam-Phänomen. Es handelt sich um eine gut organisierte Betrugsmasche, die in kurzer Zeit enorme Schäden verursacht. Wer auf die verlockenden Angebote hereinfällt, verliert einerseits Geld und riskiert anderseits auch den Verlust seiner persönlichen Daten.
Die gute Nachricht: Mit einem wachen Blick, gesunder Skepsis und einem Bewusstsein für die Tricks der Täter lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. Die Masche lebt davon, dass Menschen sie nicht kennen. Deshalb gilt: Aufklärung ist der beste Schutz.
Wenn Sie nicht sicher sind, ob ein vermeintliches Schnäppchen echt ist, helfen wir Ihnen zu einem moderaten Preis mit einer Kurzauskunft. Rufen Sie uns an und lassen sich beraten.
