Autor: Jochen Meismann, Experte bei Anlagebetrug und Betrug mit Kryptowährungen, 40+ Jahre Erfahrung, bekannt aus dem Magazin Focus
Die „BaFin schwarze Liste“ ist für viele Anleger das, was ein Rauchmelder für die Wohnung ist: kein Garant, dass nie etwas passiert, aber ein starkes Frühwarnsignal.
Gemeint ist damit keine einzelne, abgeschlossene Liste, sondern der laufend aktualisierte Warnbereich der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), in dem die Behörde vor unerlaubten Finanz- und Bankgeschäften, Identitätsmissbrauch und weiteren Formen von Finanzbetrug warnt.
Das Problem: Moderne Betrugsplattformen wirken heute so professionell, dass selbst vorsichtige Menschen darauf hereinfallen. Die Webseiten sehen aus wie bei echten Brokern, es gibt angebliche „Account Manager“, überzeugende Handelsoberflächen, teils sogar „Auszahlungen“ am Anfang. Und dann kippt es, häufig genau dann, wenn größere Summen im Spiel sind.
Sie erfahren hier:
* was die „BaFin schwarze Liste“ wirklich ist (und was nicht)
* welche Betrugsmaschen hinter unseriösen Angeboten stecken
* warum Warnlisten niemals vollständig sein können
* wie Sie Anbieter Schritt für Schritt prüfen auch ohne Expertenwissen
* wie typische Schadensverläufe aussehen (inkl. unserem realen Fall mit 4,9 Mio. €)
* was Sie im Verdachts- oder Schadensfall konkret tun sollten
* ein großer FAQ-Bereich, der die häufigsten Fragen von Betroffenen beantwortet
Der Begriff „BaFin schwarze Liste“ ist umgangssprachlich. Offiziell veröffentlicht die Abfing Warnungen & Verbraucherinformationen und weist dort auf Sachverhalte hin, bei denen beispielsweise:
* Unternehmen ohne Erlaubnis Finanz- oder Bankdienstleistungen anbieten
* Angebote im Verdacht stehen, Teil eines Anlagebetrugs zu sein
* der Verdacht auf Identitätsmissbrauch besteht (Betrüger nutzen Namen/Adresse/Registrierungsdaten echter Firmen)
* Verbraucher durch irreführende Versprechen, aggressive Vertriebsstrategien oder intransparente Konstruktionen gefährdet werden
Bitte beachten Sie: Eine BaFin-Warnung ist kein „Meinungsbeitrag“, sondern steht in der Regel im Kontext von Erkenntnissen der Aufsicht zu unerlaubtem Geschäftsbetrieb oder vergleichbaren Risiken. Die BaFiN warnt schlichtweg vor Unternehmen und Personen im Zusammenhang mit betrügerischen Aktivitäten am Finanzmarkt.
Was sie gut kann:
Sie kann Ihnen sehr schnell zeigen, ob ein Anbieter bereits auffällig wurde oder ob eine bestimmte Domain/Marke in einem Umfeld auftaucht, das nachweislich problematisch ist.
Was sie nicht leisten kann:
Sie kann nie vollständig sein. Betrugsplattformen ändern Namen und Domains in kurzer Zeit, arbeiten mit Spiegelseiten und tauschen „Branding“ wie andere Leute Hemden. Die BaFin selbst weist darauf hin, dass die Anzahl der Fälle hoch ist und Warnungen nicht alles abdecken können.
Das bedeutet für Anleger: Die BaFin-Warnungen sind extrem wertvoll, aber sie ersetzen nicht die eigene Prüfung.

Die letzten Jahre haben ein Umfeld geschaffen, das Betrügern hilft:
Ein Teil dieses „Industriecharakters“ wird auch in Berichten und juristischen Auswertungen sichtbar: In einer größeren Ermittlungsaktion wurden laut juristischer Aufarbeitung sehr viele Fake-Trading-Plattformen identifiziert bzw. abgeschaltet, ein Hinweis darauf, dass wir es nicht mit Einzeltätern, sondern häufig mit skalierbaren Täterstrukturen zu tun haben.
Es gibt keine „eine“ Masche. Aber es gibt Muster, die sich ständig wiederholen – und genau diese Muster helfen Ihnen, früh zu stoppen.
Der Erstkontakt erfolgt vielfach über:
Dann folgt fast immer ein sehr ähnlicher Ablauf: Sie bekommen einen Ansprechpartner, der freundlich, schnell und kompetent wirkt. Die Story ist simpel: „Wir helfen Ihnen beim Start, Sie müssen nichts wissen, wir machen das professionell.“
Viele Plattformen zeigen früh Gewinne, um den Kunden „bei Laune“ zu halten und von der Anlageform zu überzeugen:
Sie sehen steigende Zahlen, Charts, „Trades“ und immer ein kleines Plus. Das ist psychologisch extrem wirkungsvoll, weil Ihr Kopf das als Beleg nimmt, dass alles echt ist.
Der wichtige Punkt: Eine Anzeige auf einer Plattform ist kein Beweis dafür, dass Ihr Geld überhaupt dort arbeitet. Es kann reine Oberfläche sein.
Sobald Sie eine Auszahlung Ihrer Gewinne möchten oder sobald es um große Summen geht, kommt häufig:
Und dann beginnt Druck: „Nur heute möglich“, „sonst verfällt alles“, „letzte Chance“.
Wenn Sie aufgefordert werden, AnyDesk/TeamViewer zu installieren, geht es nur darum, Zugriff auf:
zu bekommen. Das ist einer der deutlichsten roten Alarmknöpfe.
Ein besonders perfider Bereich ist der Identitätsmissbrauch. Dabei geben Täter vor, eine bekannte Firma zu sein, oder sie kopieren Daten einer echten Firma in ihr Impressum. Für Verbraucher sieht das dann sauber aus: „Da steht doch eine Adresse, da steht doch eine Registrierungsnummer.“
Das Problem: Diese Angaben können schlicht zu einer ganz anderen Firma gehören, die mit der Betrugsplattform nichts zu tun hat.
Praktisch bedeutet das für Sie:
Sie müssen einerseits prüfen, ob es eine Firma gibt und andererseits, ob diese Firma wirklich hinter der Website steht, bei der Sie investieren sollen.

Viele Menschen denken bei Betrug sofort an Krypto oder Trading. Aber auch „solide“ Produkte wie Festgeld werden missbraucht, gerade weil sie schnell Vertrauen erzeugen.
Die BaFin hat Anfang Januar 2026 erneut vor unseriösen Festgeldangeboten gewarnt und dabei konkrete Bezüge (z. B. Websites oder E-Mail-Absender) genannt.
Das typische Muster:
Sie bekommen ein Angebot mit sehr attraktiven Zinsen, es wirkt „wie eine Bank“, es gibt Logos, „Siegel“, manchmal sogar „Abfing-Nummern“. Dann sollen Sie Geld überweisen und später ist der Kontakt weg oder Auszahlungen bleiben aus.
Viele Leser wünschen sich eine „Liste betrügerischer Seiten“. Der Wunsch ist verständlich, aber jeder Betroffene sollte diese Liste immer unter zwei Aspekten betrachten:
1. Momentaufnahme: Betrüger wechseln Domains und Namen rasend schnell.
2. Unser Ziel: Entscheidend für Sie ist es, die Muster verstehen, nicht nur Namen abgleichen.
Hier sind Beispiele, die in öffentlich zugänglichen Warn-/Fachbezügen auftauchen (nicht vollständig, keine Empfehlungsliste, sondern Illustration des Problemfelds):
Wenn Sie auf Beispiele wie „deumarket(.)com“ oder „blauline(.)ai“ stoßen, ist es verlockend, diese Namen einfach nur als Warnliste abzuspeichern. Der weitaus größere Nutzen liegt jedoch darin, die dahinterstehenden Muster zu verstehen.
Schauen Sie daher nicht nur auf den Namen, sondern fragen Sie sich: Was macht dieses Beispiel typisch? Ist es die aggressive Werbung über Messenger-Dienste, die Verwendung identischer Website-Vorlagen oder das klassische Abblocken von Auszahlungen?
Wenn Sie diese Mechanismen erkennen, sind Sie nicht mehr auf ständig aktualisierte Namenslisten angewiesen. Sie entwickeln ein Frühwarnsystem, das auch bei neuen, noch nicht gelisteten Plattformen funktioniert. Diese Fähigkeit, Muster zu identifizieren, ist Ihr wirksamster Schutz, da Betrüger zwar Namen und Domains wechseln, ihre grundlegenden Methoden aber selten ändern.
Der größte Schadensfall, den wir in unserer Detektei im Bereich Kryptobetrug bearbeitet haben, lag bei 4,9 Millionen Euro. Ein gutgläubiger Investor aus Nordrhein-Westfalen verlor diese Summe an eine Struktur, die professionell wirkte und Vertrauen aufgebaut hat.
Die Täter haben mit gefälschten Ausweisen operiert, haben den Mann ständig telefonisch unter Druck gesetzt und sich per AnyDesk Zugang zu seinem Computer verschafft, nachdem er das Programm für die Täter installiert hatte, weil ihm selber das Agieren an den „Börsen“ zu kompliziert war.
Entscheidend ist der zweite Teil: Nur durch unsere Ermittlungen konnte verhindert werden, dass der Schaden am Ende noch höher wurde. Denn als sich der Mann an unsere Detektei wandte, war er gerade dabei weitere hohe sechsstellige Summen für angebliche Gebühren und Steuern zu zahlen.
Unsere Ermittlungen ergaben, dass alle „Börsen“ Fakes waren, die Webseiten wurden nur für den Betrug angelegt, die Ausweise der beteiligten Broker waren alle gefälscht. Die Konten gehörten Finanzagenten, die das Geld gewaschen und weitergeleitet haben.
Das ist ein Punkt, den viele Betroffene unterschätzen:
Betrug endet nicht automatisch, wenn jemand merkt „da stimmt was nicht“. Sehr oft versuchen Täter, nach ersten Zweifeln noch einmal nachzusetzen, mit „Steuern“, „Entsperrungen“, „letzter Zahlung zur Auszahlung“. Genau hier kann frühzeitiges Einschreiten Schäden begrenzen.
Die Abfing ist die zentrale deutsche Finanzaufsicht. Daneben existieren weitere Ebenen:
Das ist von großer Bedeutung, weil Betrug selten an Landesgrenzen haltmacht. Viele Plattformen sind sprachlich auf Deutschland optimiert, sitzen aber rechtlich/technisch im Ausland.
Nicht jedes riskante Angebot ist illegal. Es gibt Konstruktionen, die in einem „Graubereich“ angeboten werden, mit wenig laufender Aufsicht und hoher Komplexität. Genau dort passieren häufig zwei Dinge:

Hier ist ein Ablauf, der sich für Verbraucher bewährt. Er ist bewusst „handwerklich“, nicht akademisch.
Fragen Sie sich:
Wenn Sie nur eine Domain und einen Fantasienamen haben, ist das bereits ein Problem.
Viele Betrügereien sind „unerlaubte Geschäfte“. Abfing-Warnungen drehen sich genau darum: Angebote ohne erforderliche Erlaubnis.
Von großer Bedeutung ist: Ein Anbieter kann „irgendwo“ registriert sein, aber das ersetzt nicht automatisch die Erlaubnis, in Deutschland Finanzdienstleistungen anzubieten.
Suchen Sie nicht nur nach „Name + Erfahrungen“. Nutzen Sie Kombinationen wie:
Das klingt vielleicht simpel, bringt aber vielfach in wenigen Minuten Klarheit.
Ein seriöser Anbieter drängt Sie nicht. Ein unseriöser Anbieter arbeitet oft mit:
Gerade WhatsApp-/Telegram-Anbahnung ist in Warn- und Fachkontexten ein wiederkehrender Punkt.
Achten Sie auf:
Wenn der Geldfluss nicht sauber erklärbar ist, ist das ein Stop-Signal.
„Garantierte“ zweistellige Renditen sind ein Klassiker. Auch bei Festgeld gilt: Wenn es weit über dem Markt liegt, ist Skepsis Pflicht. Die Abfing warnt explizit vor unseriösen Festgeldangeboten.
Hier hilft eine klare Trennung:
Dann zählt: nicht weiterzahlen, keine Fernzugriffe zulassen, keine Ausweiskopien nachreichen, nicht aus Scham weitermachen. Dokumentieren Sie alles (Chats, E-Mails, Zahlungsbelege, Wallet-Adressen, Domains, Telefonnummern).
In einem solchen Fall zählt Zeit. Typische Sofortmaßnahmen sind:
Nein. „Schwarze Liste“ ist eher ein Sammelbegriff. Die Abfing veröffentlicht Warnungen und Verbraucherinformationen; das ist hilfreich, aber nicht vollständig.
Nein. Das Fehlen einer Warnung ist kein Gütesiegel. Viele Plattformen werden erst gemeldet, wenn bereits Schäden entstanden sind.
In der Regel: Der Anbieter erbringt Bank- oder Finanzdienstleistungen ohne erforderliche Erlaubnis. Genau das ist ein häufiges Thema in den Abfing-Verbraucherwarnungen.
Weil Betrug heute industriell organisiert sein kann: Designvorlagen, „Trading-UI“, Callcenter, psychologische Skripte. Dass große Mengen an Fake-Plattformen existieren können, wird auch in juristischen Aufarbeitungen thematisiert.
Identitätsmissbrauch bedeutet: Betrüger nutzen Daten einer echten Firma, um Vertrauen zu erzeugen. Erkennbar wird das oft durch Widersprüche zwischen Domain, E-Mail-Domain, Ansprechpartnern und echten Firmendaten.
Nicht automatisch. Aber in vielen Betrugsfällen spielen Messenger-Gruppen eine zentrale Rolle, vor allem, wenn dort „Signals“, „VIP-Chats“ oder „garantierte Setups“ beworben werden.
Weil der Betrug dann „reif“ ist: Täter wollen nicht auszahlen, sondern weitere Zahlungen erzwingen (Gebühren, Steuern, Freischaltungen).
In sehr vielen Betrugsfällen ist das ein Vorwand. Steuerpflichten laufen nicht so ab, wie Betrüger es darstellen. Wenn Sie unsicher sind: stoppen, prüfen lassen.
Ungewöhnlich hohe Zinsen, Kommunikation nur per E-Mail, „Bank“-Auftritt ohne echte Bankstruktur, dubiose Absender. Abfing warnt explizit vor unseriösen Festgeldangeboten.
Sie sind Beispiele dafür, dass die Abfing konkrete Domains/Angebote in Warnzusammenhängen benennt. Sie ersetzen aber keine eigene Prüfung, weil Betrüger schnell wechseln.
Oft werden dort Fälle gebündelt, international gespiegelt und mit praktischen Mustern/Erfahrungen angereichert. Die Abfing ist behördlich, Kanzlei-/Fachlisten sind häufig fallnäher. (Man muss aber die Seriosität der Quelle prüfen.)
Das hängt vom Einzelfall ab: Zahlungsweg, Zeit, Empfänger, beteiligte Dienstleister, Beweislage. Schnelles Handeln verbessert die Chancen.
Ja. Viele Systeme sind so gebaut, dass ein „kleiner Einstieg“ mit 250 Euro Vertrauen erzeugt. Dann werden Summen hochskaliert.
Weil es eine Investition in Ihr Vertrauen ist. Ein kleiner Betrag kann später große Einzahlungen auslösen.
Sofort handeln: Geräte sichern, Passwörter ändern, Bank informieren, ggf. IT-Check. Dokumentieren Sie, was installiert wurde und wann.
So schnell wie möglich. Zeit ist ein Faktor, weil Geldflüsse weitergeschoben werden können.
Wenn Sie zahlen sollen, damit Sie auszahlen können, ist das in sehr vielen Fällen ein massives Warnsignal.
Wenn Sie gerade merken, dass etwas nicht stimmt, oder wenn Auszahlungen blockiert werden, zusätzliche Zahlungen verlangt werden oder der Kontakt plötzlich kippt, warten Sie nicht ab.
Unser obiger Praxisfall zeigt, wie schnell Dimensionen entstehen können: 4,9 Millionen Euro Schaden bei einem gutgläubigen Investor aus Nordrhein-Westfalen und nur durch unsere Ermittlungen konnte verhindert werden, dass der Schaden noch weiter anwächst.
So kann Ihnen unsere Detektei helfen:
Wir prüfen die Seriosität von Plattformen, rekonstruieren Kommunikations- und Zahlungswege, sammeln belastbare Belege und unterstützen dabei, Schäden frühzeitig zu begrenzen, bevor aus einem unguten Gefühl ein finanzielles Desaster wird.
Nutzen Sie jetzt die kostenfreie Erstberatung durch einen Experten aus unserer Detektei. Rufen Sie an und informieren sich diskret über die Möglichkeiten in Ihrem Fall
