Fingerabdrücke auf Papier » Untersuchung auf Fingerspuren

Wie lassen sich Fingerabdrücke auf Papier sichtbar machen und sichern? Hier die Erklärung.
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Möchten Sie Fingerabdrücke auf Papier, einem Brief oder einem Umschlag untersuchen lassen? Dann erledigen wir das für Sie.

Das professionelle Untersuchen von Spuren auf Papier erfolgt so, dass Sie alle gefundenen Spuren verwenden können, egal ob privat oder vor Gericht.

Wie entsteht ein Fingerabdruck?

Eine daktyloskopische Spur entsteht im Regelfall durch eine Ab- oder Übertragung von Substanzen durch die unbekleidete Leistenhaut. Oder sie entsteht durch reliefartige Verformung des Spurenträgers je nach Papillarleisten-Verlauf.

Fingerabdrücke auf Papier
Fingerabdrücke auf Papier.

Die übertragenen Substanzen bestehen überwiegend aus körpereigenen Produkten. Der geringere Teil setzt sich aus körperfremden Stoffen zusammen. Körpereigene Produkte sind in erster Linie Schweiß und Talg, wodurch eine Spur aus Fett entsteht.

Körperfremde Stoffe sind alle Stoffe, die durch Berühren der Leistenhaut aufgenommen und bei späteren Berührungen möglicher Spurenträger wieder abgegeben werden.

Schweiß:

Schweiß ist ein exokrines Sekret, eine vom Körper ausgeschiedene Drüsen-Absonderung. Er bildet sich in den ekkrinen Schweißdrüsen der Lederhaut (Corium) und gelangt über spiralförmig verlaufende Kanäle der Schweißdrüsen in die Poren, wo er ausgeschieden wird. Über die gesamte Hautfläche sind rund 200 Millionen Schweißporen verteilt. In der Handfläche befinden sich etwa 400, an der Fußsohle etwa 700 Poren pro Quadratzentimeter.

Die Poren entlang den Papillarleistenkämmen sind unregelmäßig verteilt. Edmond Locard stellte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts den individualisierenden Charakter der Poren fest (Poroskopie).

Hydroplipidfilm:

Der Hydrolipidfilm ist eine Emulsion aus Schweiß und Talg, bei dem die körpereigenen Stoffe Lecithin und Cholesterin als Emulgatoren eingesetzt werden. Eine Emulsion ist ein Gemenge, bei dem Flüssigkeitströpfchen (beispielsweise in einer anderen Flüssigkeit) feinst verteilt, das heißt dispergiert sind. Bei einer Größe der Tröpfchen von mehr als 10-5 cm handelt es sich um ein grobdisperses System. Bei Tröpfchen von 10-5 bis 10-7 cm Größe sprechen wir von einer kolloidalen Emulsion.

Inhaltsstoffe des Hydrolipidfilms:

  1. Ursprung: Schweißdrüse (ekkrine Sekretion)
  2. Bestandteile anorganisch: Chloride, Metallionen, (NA+,K+,Ca2), Sulfate, Phosphate, Wasser (>98%)
  3. Bestandteile organisch: Aminosäuren, Harnstoff, Harnsäuren, Milchsäuren, Zucker, Kreatinin, (Muskelsubstanz), Cholin, (Gallenwirkstoff)

Physikalische Bedingungen des Entstehens » Dauer der Berührung

Die Dauer der Berührung spielt beim Übertragen der Substanzen, die letztlich die Spur auf Papier verursachen, ebenfalls eine wichtige Rolle. Da die Schweißexpulsionen aus den Poren der Papillarleisten nie gleichzeitig erfolgen, gelangt beim nur kurzen Berühren und schwachem Druck nicht aus jeder Pore Schweiß auf den Spurenträger. Es gibt dann keine vollständigen Fingerabdrücke.

Spurensicherung auf Spurenträgern mit einer saugenden Oberfläche wie Papier mittels Ninhydrin führt daher häufig zu einer unvollständigen Darstellung der Papillarleisten. Auf dem Spurenträger –  vornehmlich Papier – sind die Papillarlinien oft unterbrochen, bisweilen nur punktförmig dargestellt.

Natürlich ist die Berührungsdauer nicht der alleinige Gradmesser für Menge und Zusammensetzung des ausgeschiedenen Schweißes, der die Fingerabdrücke entstehen lässt.

  • Ernährungsbedingte Einflüsse,
  • physiologische
  • und psychische Gegebenheiten,
  • klimatische Rahmenbedingungen
  • und letztendlich das Alter des Spurenverursachers

spielen eine entscheidende Rolle. Jeder Finger verursacht eine andere Spur. Alle Fingerabdrücke sind unterschiedlich.

Erst ab einer Berührungsdauer von mehr als 7 Sekunden überträgt sich Substanz. Hier gilt der Grundsatz: Je länger, desto besser die Fingerabdrücke.

Es dauert etwa 24 Stunden, bis der saugende Spurenträger den übertragenen Fingerabdruck aufgenommen hat. Innerhalb dieser Zeitspanne gilt die daktyloskopische Spur der Fingerbadrücke als „frisch“.

Früher arbeiteten Daktyloskopen bei diesem Kenntnisstand mit Adhäsionsmitteln. Dabei setzen sie den Spurenträger mit Joddämpfen aus. Diese Methode erwies sich als zu unsicher. Insbesondere die mechanische Reibung bei Adhäsionsmitteln wirkte sich negativ aus. Überdies war die Methode wegen der Joddämpfe gesundheitsschädlich. Aus diesem Grund verzichtet der Daktyloskop mittlerweile darauf, wenn er Fingerabdrücke auf einer bestimmten Oberfläche sichtbar machen will.

Fingerabdrücke sichtbar machen auf Papier

Um die Formen des Fingerabdrucks auf einem Blatt Papier sichtbar zu machen, setzen wir Lösungen von Substanzen ein, die mit den Bestandteilen des Schweißes (Hydrolipidfilm) sichtbare farbige Verbindungen bilden. Diese chemische Verbindung lässt die Fingerabdrücke auf dem Papier dann sichtbar werden.

Das wohl häufigste angewandte chemische Verfahren, um einen Fingerabdruck auf Papier sichtbar zu machen, ist das Ninhydrin-Verfahren. Dessen Anwendung ist im Vergleich mit anderen Methoden relativ unkompliziert.

Bei diesem Verfahren sprühen wir eine etwa 2-%ige Lösung von Ninhydrin (chemische Triketohydrinden) in organischen Lösungsmitteln (vor allem Aceton) mit weiteren Zusätzen (zum Beispiel Essigsäure) auf das Papier gleichmäßig auf. Alternativ ist es möglich, das Blatt Papier in diese Lösung zu tauchen.

Ninhydrin macht Fingerabdrücke sichtbar

Das Ninhydrin bildet mit den Aminosäuren der Schweißrückstände einen rot-violetten Farbstoff. Das ist das sogenannte Ruhemanns Purpur. Dabei werden die Fingerabdrücke sichtbar, sofern welche auf dem Papier sind. Die Reaktion auf dem Papier selber verläuft ziemlich langsam. Es kann bis zu 28 Tage dauern, bis manche Abdrücke auf einer Oberfläche wir Papier zum Vorschein kommen.

Durch die moderne Technik ist es gelungen, diesen Prozess des Entwickelns der Spuren erheblich zu verkürzen. In speziellen Klimaschränken entwickeln wir heute die Blätter Papier unter optimalen Wärme- und Feuchtebedingungen innerhalb von 3 – 4 Stunden in Gänze. Diese Methode ist ideal für eine saugenden Oberfläche wie Papier.

Nachteile dieses Verfahrens: Ninhydrin teuer ist. Es ist schwachgiftig und legt sich auf die Mundschleimhäute. Außerdem ist Eisessig als Auslöser für Allergien bekannt. Mittlerweile gibt es aber dementsprechende Derivate.

Deshalb müssen die Papierblätter nach der Trocknung in Folienhüllen unbedingt verschlossen werden. Dadurch nimmt man möglichst wenig ninhydrinhaltige Dämpfe auf, die aus dem Papier aufsteigen. Allerdings ist die Ninhydrin-Konzentration der Lösung ziemlich gering. Daher sind die Gefahren bei Nutzung dieser Methode als minimal einzustufen.

Hinzu kommt noch, dass das nicht umgesetzte Ninhydrin im Papier beziehungsweise auf ihm verbleibt. Das führt dazu, dass jedes Anfassen des ungeschützten Papiers mit bloßen Händen neue Fingerabdrücke oder Abdruckspuren erzeugen kann, die sich oft erst nach Tagen nachentwickeln.

Trotz dieser Nachteile ist das Verfahren in der Kriminaltechnik als eine der besten Methoden zur Sichtbarmachung von Fingerabdrücken auf Papier akzeptiert.

Wir machen die Fingerabdrücke sichtbar und vergleichen sie

In der Vergangenheit konnten wir auf vielen Dokumenten durch das Ninhydrin-Verfahren viele Fingerabdrücke sichtbar machen.

Mit Hilfe der Chemie lassen sich nicht sichtbare Spuren hervorbringen.

Oft sind Fingerabdruckspuren jedoch übergriffen, verwischt oder nur als Teilabdrücke ausgeprägt. Das kann zu Schwierigkeiten beim Auswerten und beim Fingerabdruck-Vergleich führen.

Hinzu kommt, dass es manchmal etwas kompliziert ist, geeignete und qualitativ hochwertige Vergleichsabdrücke des vermuteten Verursachers der Spuren zu erlangen.

Was hilft es Ihnen, einen hochwertigen Abdruck des Täters zu haben, wenn Ihnen keine Vergleichsfingerspuren zur Verfügung stehen?

Vergleichsabdrücke sollten ordentliche Qualität haben

Das Vergleichsmaterial muss relativ hohen Anforderungen an die Qualität genügen. Nur so ist sicher, dass alle feinen Strukturen des Papillarlinienmusters jedes Fingers erfasst sind. Damit wir einen Fingerabdruck als übereinstimmend werten, sollte er nach deutschen Standards in mindestens 12 Faktoren gleich sein.

Im Fachjargon heißen diese Faktoren anatomische Merkmale.

Unter Identität im Sinne des daktyloskopischen Nachweises der Identität ist das Übereinstimmen von Papillarlinienbildern von ein und derselben Person unter Berücksichtigung der verschiedenen Entstehungsbedingungen zu verstehen.

Die Übereinstimmung des allgemeinen Papillarlinienverlaufes und der anatomischen Merkmale in Form und Lage zueinander innerhalb der Papillarlinienbilder des zu vergleichenden Materials ist die Voraussetzung für die Feststellung, dass Identität besteht.

Wichtig ist weiterhin, dass man niemanden dazu zwingen kann, einer Maßnahme zur Personenfeststellung zuzustimmen, wenn keine strafrechtlich relevante Handlung vorliegt. Bei einer strafrechtlich relevanten Tat könnte dann aber die Polizei die Untersuchung der Fingerabdrücke vornehmen.

Aus diesem Grunde wurden für die polizeiliche Kriminaltechnik Verfahren entwickelt, mit denen klare und deutliche Vergleichsabdrücke von Verdächtigen hergestellt werden.

Verfahren um Vergleichs-Abdrücke zu bekommen

Daktyloskopische Vergleichsabdrücke sind bewusst gefertigte Abbilder der Leistenhaut, die unter anderem im Rahmen von erkennungsdienstlichen Behandlungen entstehen.

Hierbei werden derzeit zwei Methoden angewendet, um Fingerabdrücke zu erhalten:

  • Die entsprechenden Bereiche der Leistenhaut werden – wie beim vorliegenden Vergleichsmaterial – schwarz eingefärbt und in den dafür vorgesehenen Feldern erkennungsdienstlicher Formulare abgerollt bzw. abgedrückt.
  • Bei dem sogenannten „Live-Scan-Verfahren” tastet man die Papillarleisten mittels eines optoelektronischen Verfahrens ab. Die dabei gewonnenen Daten speichert man digital in einer Datenbank. Dort stehen sie zum Ausdruck oder für die digitale Weiterverarbeitung bereit.

In beiden Fällen stellen sich die Papillarlinien farbrichtig, also dunkel auf hellem Grund, dar.

Der Vergleich der Fingerabdrücke erfolgt dann per Lupe und spezieller Software in digitaler Form am PC.

Der Daktyloskop prüft die Lage und Form der anatomischen Merkmale zueinander. Verifiziert werden die Identifizierungen zwingend durch einen Sachverständigen für Daktyloskopie. Die Daktyloskopie ist eine empirische Wissenschaft, das heißt durch Erfahrung und Wissen beweisen sich die Grundsätze täglich neu.

Nicht alle Fingerspuren sind gleich gut

Beim Beurteilen von Resultaten aus der Untersuchung der Fingerspuren ist stets die Qualität der Fingerabdrücke zu berücksichtigen, egal ob auf Papier oder einem anderen Träger.

Die Einfärbungsstärke der Aminosäure hängt von der auf das Blatt Papier gelangten Menge Fett und Schweiß ab. Diese wiederum variiert individuell.

Sie ist auch davon abhängig, ob jemand die Hände frisch gewaschen hatte, ob die Haut des Menschen am Finger gerade sehr trocken ist oder ob Handschuhe getragen wurden. Das gilt auch bei Methoden, bei denen adhäsive Pulver zum Einsatz kommen, um die Fingerabdrücke ans Tageslicht zu bringen.

Ein weiterer zu beachtender Aspekt ist, dass viele Fingerabrücke verwischt oder übergriffen sind oder nur als Teilabdrücke vorliegen. In solchen Fällen sind sie möglicherweise nicht mehr für eine Personenfeststellung mittels Fingerabdruckanalyse geeignet. Der Gutachter kann dann nicht mehr unterscheiden, ob es nur ähnliche oder eben identische Fingerbadrücke sind.

Es gibt verschiedene Muster von Fingerabdrücken

Man unterscheidet verschiedene Grundmuster beim Fingerabdruck. Dazu zählen

  • das Bogenmuster
  • die Schleifenmuster
  • und die Wirbelmuster.

Durch die verschiedenen Muster kann der Sachverständige bei dem Vergleich der Fingerabdrücke schon eine grobe Selektion nach Muster durchführen, bevor er die Feinuntersuchung macht, die das Ergebnis ergibt.

Weil die Fingerabdrücke der Menschen individuell unterschiedlich sind, kann mit Hilfe der Daktyloskopie bei dem Vergleichen der Abdrücke untereinander eine klare Aussage über den Verursacher gemacht werden.

Wie lange bleiben Fingerabdrücke auf Papier?

Einen Fingerabdruck auf Papier können wir möglicherweise noch nach Jahren nachweisen. Dieses hängt aber von den bereits vorab geschilderten Faktoren ab. Der berühmte “Fettfinger” hinterlässt einen besseren Fingerabdruck und ist unzweifelhaft länger haltbar als die flüchtige Abdruckspur.

Prinzipiell hängt die Haltbarkeit der Fingerabdrücke davon ab, wie der Träger der Spur gelagert wurde. Wenn die Fingerabdrücke länger auf dem Papier bleiben sollen, dürfen diese nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sein.

Untersuchung der Spurenträger

Benötigen Sie die Auswertung und gutachterliche Untersuchung von Fingerabdrücken auf Papier oder auf anderen Spurenträgern? Dann sind wir Ihnen in professioneller Form als Spezialdienstleister bei der Untersuchung eines Fingerabdrucks dienlich.

Vergleich von Fingerbadrücken.
Fingerabdruckvergleich

Wir helfen Ihnen durch eine geeignete Analyse dabei, Fingerabdrücke auf Spurenträgern wie Papier sichtbar zu machen.

Nur eine fachkundige Auswertung der Fingerabdrücke sichert eine Beweiskette mit einem klaren Ergebnis.

Sprechen Sie mit einem Experten aus der Daktyloskopie:

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