Autor: Jochen Meismann
Immer mehr Menschen werden Opfer von Betrügereien mit sogenannten Dampfkarten, die eigentlich Steam-Guthabenkarten sind. Der Begriff Dampfkarte rührt aus einem Übersetzungsfehler. Die Masche dient dazu, ahnungslose Nutzer zu täuschen.
In diesem Artikel erfahren Sie, was eine Steam-Karte ist, wie die Betrugsmasche funktioniert, und welche Schutzmaßnahmen Sie ergreifen können, um sich vor diesen Betrügern zu schützen.
Eine Dampfkarte (Steam-Card) ist eine Guthabenkarte, die Sie im Einzelhandel kaufen können, für die Plattform Steam, mit der Nutzer ihr Steam-Konto aufladen können, um Spiele, Software oder andere Inhalte im Steam-Shop zu kaufen. Die Karte enthält einen Code, der im Steam-Konto eingelöst wird und das erworbene Guthaben gutschreibt.
Die Bezeichnung Dampfkarten gibt es so nicht; sie rührt davon her, dass der jeweilige Kunde eine in englischer Sprache geführte Korrespondenz einfach mit einem Übersetzungsprogramm ins Deutsche übersetzt hat.
Im Original hat der Chat-Partner geschrieben, er bittet darum, man möge ihm die Nummern von Steam-Cards schicken. Wenn Sie Steam-Cards in den Google-Übersetzer eingeben, kommt der falsche Begriff Dampfkarten heraus.
Nachdem wir geklärt haben, dass Dampfkarten und Steam-Karten dasselbe sind, werfen wir einen Blick auf die Methoden der Betrüger und wie sie an das Geld ihrer Opfer gelangen. Es gibt nicht die eine Betrugsmasche, sondern die Vorgehensweisen variieren stark.
Steam-Karten sind digitale Geschenkkarten, die von der Plattform Steam (Valve Corporation) ausgegeben werden. Mit ihnen können Nutzer Spiele, DLCs, Software, Hardware und andere digitale Produkte auf Steam kaufen. Die Karten sind in vielen Einzelhandelsgeschäften wie Edeka, Rewe oder Tankstellen erhältlich.
Doch diese bequeme Zahlungsmethode hat auch eine „dunkle Seite“: Betrüger nutzen Steam-Guthabenkarten, um ahnungslose Nutzer zu täuschen und ihr Geld zu stehlen. Der auf der Karte abgedruckte Code ist das eigentliche Ziel der Betrüger, da er einen geldwerten Vorteil darstellt. Der Preis der Karte im Geschäft entspricht dabei dem Guthaben, das nach der Einlösung auf dem Steam-Konto gutgeschrieben wird.
Betrüger setzen auf verschiedene Maschen, um an diese Codes zu gelangen. Sie geben sich beispielsweise als offizielle Stellen aus, locken mit Gewinnversprechen oder erzeugen künstlichen Druck, um ihre Opfer dazu zu bringen, die Codes preiszugeben. Sobald der Code in ihren Händen ist, können sie das Guthaben nutzen, während das Opfer leer ausgeht.

Sehr erfolgreich ist der Liebesbetrug im Internet. Moderne Heiratsschwindler – aus dem Englischen abgeleitet Romance Scammer genannt – lernen online fremde Menschen kennen und gaukeln denen nach einiger Zeit des Chattens die große Liebe vor. Diese Masche nennt sich Love Scamming.
Irgendwann bitten die Betrüger das Opfer um finanzielle Hilfe. Der Betrüger komme gerade nicht ans eigene Konto, brauche Geld fürs Essen oder eine sonstige Notlage. Er bittet das Opfer, es möge ein paar Steam-Karten beim nächsten Händler kaufen. Dann sollen die Codes auf der Guthabenkarte freigerubbelt werden und den Tätern per E-Mail, WhatsApp oder Messenger übermittelt werden. Das Geld würde man später zurück bekommen.
Hat das Opfer die Nummer der Guthabenkarten durchgegeben, wechseln die Betrüger diese sofort in Bargeld um. Eine Rückzahlung erfolgt nie.
Eine der häufigsten Betrugsmaschen mit Steam-Karten ist das Angebot gefälschter Rabatte oder Gutscheine, die angeblich mit Steam-Karten eingelöst werden können. Betrüger verbreiten diese vermeintlichen Schnäppchen über soziale Medien, E-Mails oder andere Online-Kanäle, um ahnungslose Nutzer zu ködern.
Fällt ein Nutzer auf das Angebot herein und kauft eine Steam-Karte, um den angeblichen Rabatt zu erhalten, wird er aufgefordert, die Karteninformationen (also den Code) preiszugeben. Der Betrüger löst die Karte dann auf seinem eigenen Steam-Konto ein und nutzt das Guthaben für sich selbst. Das Opfer bleibt am Ende mit einer wertlosen Karte zurück und verliert sein Geld.
Eine weitere gängige Methode des Betrugs mit Steam-Karten ist das Angebot von gefälschten Gewinnspielen, bei denen die Teilnehmer eine Steam-Karte kaufen müssen, um teilzunehmen.
Oft wird dem Nutzer versprochen, dass er einiges gewinnen kann, wenn er eine Steam-Karte kauft und die Nummer dann eingibt. Allerdings gibt es keine Belohnung und der Nutzer sein Geld verloren. Bei einem Gewinnspiel gibt es im Vorfeld keinen Kautionen oder Steuern für ein gewonnenes Produkt zu zahlen.
Die Täter suchen über Online-Marktplätze wie Kleinanzeigen (früher Ebay-Kleinanzeigen) und anderen Kleinanzeigenportalen Kontakt mit den Opfern. Sie geben sich als Kaufinteressenten für einen offerierten Artikel.
Der Täter handelt nicht, sondern geht auf die Preisvorstellungen des Verkäufers ein, wenn er die Bestellung tätigt. Da er selber gerade im Ausland sei, bittet er den Verkäufer, noch ein paar Steam-Karten zu kaufen. Deren Codes soll er dann an den angeblichen Käufer zu senden. Dieser will die gesamte Summe für den zu kaufenden Artikel plus den Wert der Steam-Karten alsdann zusammen überweisen.
Zu Glaubhaftmachung erhält das Opfer oft ein Bild vom Personalausweis oder Reisepass. Diese Bilder stammen in der Regel aus anderen Betrugsfällen. Hat der Geschädigt einmal die Codes übermittelt, bricht der Kontakt sofort ab. Der vorgestreckte Betrag für die “Steam-Karten” ist dann verloren.
Betrüger nutzen neben Kleinanzeigen-Portalen soziale Netzwerke wie Instagram, um ahnungslose Nutzer mit Betrugsmaschen rund um Steam-Guthabenkarten zu täuschen. Auf Plattformen wie Instagram erstellen Betrüger dabei gefälschte Profile, die seriös wirken, und locken Opfer mit vermeintlichen Gewinnspielen, exklusiven Angeboten oder dringenden Hilfsanfragen. Lesen Sie dazu auch den Artikel Instagram Fake Accounts erkennen.
Die Anonymität dieser Plattformen macht es nahezu unmöglich, die Täter zu identifizieren, da sie mit falschen Rufnummern oder gefälschten Kontaktdaten arbeiten. Auch auf Kleinanzeigen werden sowohl Käufer als auch Verkäufer Opfer von Betrug. Seien Sie daher besonders vorsichtig bei Anfragen, die den Kauf oder die Weitergabe von Steam-Guthabenkarten betreffen, und überprüfen Sie unbedingt die Seriosität des Kontakts.
Die Tricks der Täter sind vielfältig. Sie akzeptieren nicht nur eine Steam Guthabenkarte, sondern auch andere Guthaben Codes zum Beispiel von Amazon, iTunes oder Google Play Store. Am Ende verschwinden die Kriminellen mit dem Code von der Geschenkkarte und das Opfer bleibt auf dem Schaden sitzen.
Beim Vorschussbetrug mit einer Guthabenkarte ist eine strafrechtliche Verfolgung von Betrügern meist nicht möglich. Die Anzeige bei der Polizei ist in der Regel nicht zielführend, weil die Polizei kriminelle Banden aus dem Ausland nicht aufspüren kann. Etwaige Zahlungen, die in die Tasche der Betrüger gegangen sind,
Sind Sie mit einer Person in Kontakt und sollen Geld per Guthabenkarten transferieren? Dann sprechen Sie besser im Vorfeld mit unseren Experten, um sich vor einer Abzocke durch Betrüger zu schützen.
Bevor Sie bei einem Kauf oder einem anderen Online-Kontakt auf einen Betrüger hereinfallen und Daten und Informationen an falsche Personen geben, lassen Sie sich bei größeren Summen beraten. Wir überprüfen die Umstände und geben Ihnen den entscheidenden Hinweis auf etwaige Betrügereien.
Die erste Beratung am Telefon ist kostenfrei, aber eine Überprüfung des Sachverhalts ist dann mit einem Honorar verbunden, weil wir als Unternehmen nicht gratis arbeiten können.
Betrug mit Steam Cards ist weit verbreitet. Mit den richtigen Schutzmaßnahmen können Sie sich effektiv davor schützen. Beachten Sie die folgenden vorbeugenden Schritte, um Betrug zu erkennen und zu vermeiden:
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