Autor: Jochen Meismann
Eine neue Masche im Scamming grassiert gerade im Internet. Es geht um die Buchung eines Zimmers auf einer Bohrinsel und den Transfer dorthin.
Wie die Masche mit dem Betrug rund um das Zimmer auf der Bohrinsel funktioniert und welche Gefahren dort lauern, erfahren Sie in diesem Artikel.
Über eine beliebige Seite im Internet lernen Sie einen attraktiven Mann kennen, der dort inseriert hat. Nennen wir ihn in unserem Beispiel Philipp Magnus Jacobs.
Er hat schöne Bilder in seinem Profil bei Tinder und gibt sich als Taucher aus, der auf einer Bohrinsel in der Nordsee vor der Küste von Schleswig-Holstein arbeitet und lebt.
Auf Tinder schreibt er nur ganz kurz mit Ihnen und drängt darauf, sehr schnell zu WhatsApp zu wechseln. Merkwürdigerweise hat er nur eine amerikanische Nummer, obwohl er angeblich Deutscher sei und in Deutschland arbeitet. Seine Nummer lautet: +1 302 390-2632
Er hat angeblich keine Familie und lebt dauernd auf der Bohrinsel. Sein Hochdeutsch ist fließend und er hat kaum einen Dialekt.
Dann schreiben Sie beide sehr intensiv untereinander und es entwickelt sich ein sehr enger Kontakt. Eines Tages sagt Ihnen der Mann, er würde sie gerne treffen. Dazu würde er Sie bitten, zu ihm auf die Bohrinsel zu kommen.
Leider wäre es nicht erlaubt, in den Wohnbereich zu kommen, in dem die Arbeiter untergebracht sind. Aber es gäbe auf der Bohrinsel ganz normale Hotelzimmer, die man als Besucher buchen könne. Um diese Buchung vorzunehmen, brauche man nur auf die Webseite der Firma zu gehen. Diese laute:
http://www.seacomenegy.com/

Dort findet man einen Button mit dem Text: RESERVATION
Klickt man auf Reservation landet man auf einer Unterseite mit schönen Hotelzimmern. Diese sind zu den dort angegebenen Preisen buchbar. Hilfe erhält man unter der spanischen Mobil-Nummer:
+34603318494
Dort meldet sich eine angebliche Frau Mayer, die fließend Deutsch spricht und anbietet, die Buchung vorzunehmen. Sie schreibt auch eine E-Mail mit den Angeboten. Man könne sich ein schönes Zimmer aussuchen und müsse es im Vorfeld bezahlen. Die Preise liegen zwischen 1.000 US Dollar und 3.100 US Dollar.

Hinzu käme dann noch der Transport mit dem Hubschrauber, der einen auf die Bohrinsel bringt und wieder abholt. Pro Strecke wären das 500 US Dollar.
Auf die Frage, warum denn die Preise in US Dollar sind, wo doch die Bohrinsel in Deutschland sei, heißt es, die Betreiberfirma sei aus den USA, so dass alle Preise und Zahlungen in US Dollar seien.
Was sich im Internet gut anhört und auf den Bildern gut aussieht, ist alles nur ein großer Betrug.
Der Name des Tauchers ist frei erfunden – es ist ein Fake-Profil. Lesen Sie zu dem Thema, wie Sie ein Fake-Profil erkennen. Die Fotos sind gestohlen und zeigen einen anderen Mann – es sind Fake Bilder.
Die angebliche Bohrinsel in der Ostsee vor der Küste von Schleswig-Holstein ist genauso erfunden und bei der Webseite, auf der man sich ein Hotelzimmer aussuchen kann, handelt es sich um eine Fake-Seite, die nur für diesen Betrug eingerichtet und ins Internet gestellt wurde. Betrieben wird sie von anonymen Personen aus dem Ausland.
Die auf der Webseite gezeigten Hotelzimmer sind nicht existent und die Fotos sind schlichtweg von real existierenden Hotelzimmern gestohlen, so zum Beispiel vom InterContinental Times Square, New York.
Wer dann aufgrund einer vermeintlichen Buchung das Geld für das Zimmer und den Helikoptertransfer überweist, erhält kurze Zeit später eine weitere Zahlungsaufforderung. Leider seien noch weitere Gebühren fällig und Formalitäten zu erledigen. Wer einmal zahlt, muss immer wieder zahlen.
Das Problem ist einfach – alle Zahlungen gehen auf Konten von Betrügern und das Geld ist ein für allemal verloren. Darum unser Rat: Zahlen Sie niemals Geld im Zusammenhang mit einem Menschen, den Sie im Internet kennengelernt haben. Egal was er Ihnen erzählt – lassen Sie sich nicht breitschlagen, einen Geldtransfer zu machen.
Die Täter sind sogenannte Romance Scammer. In diesem Artikel finden Sie mehr über Romance Scammer. Diese Leute haben nur ein Bestreben: Den Frauen das letzte Geld aus der Tasche zu ziehen.
Schon länger gibt es die Masche vom falschen Ingenieur auf einer Bohrinsel. Meist sprachen die Täter dann Englisch. Relativ neu ist der Fakt, dass sich deutschsprachige Täter ebenfalls auf diese Masche konzentrieren und mit der Einladung auf die Bohrinsel operieren und eine Zimmerbuchung anbieten.
Wenn Sie einen Mann im Internet kennengelernt haben und nun wissen möchten, ob dieser Mann echt ist oder nicht, überprüfen wir ihn gerne für Sie. Kontaktieren Sie uns und lassen Sie sich jetzt unverbindlich von einem Detektiv beraten.
