Achtung Falle: Betrüger geben sich als Ingenieure auf Bohrinseln aus

Seit geraumer Zeit haben sich Betrüger im Internet darauf spezialisiert, die Identität anderer Personen anzunehmen. Dann nehmen Sie Kontakt zu Frauen auf, um diese um ihr Geld zu bringen.

Wie das funktioniert erfahren Sie jetzt.

Schauplatz: Die Bohrinsel in der Nordsee

Wenn Sie als Frau irgendwo im Internet präsent sind, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Sie eines Tages eine Nachricht von einem unbekannten Mann bekommen.

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aktiv sind, ist es egal. Grundsätzlich ist es normal, dass Sie Kontaktanfragen erhalten. Das ist ja auch der Grund, warum Sie im Internet präsent sind.

Manche dieser Anfragen sind echt, viele aber davon Fakes. Das sind Profile von Personen, die es gar nicht wirklich gibt. Die Menschen hinter diesen Profilen stehlen Fotos, denken sich einen Namen aus und schreiben reihenweise Frauen an.

Hier betrachten wir die Story als Ingenieur auf einer Bohrinsel.

So geht der Betrüger vor

Auf dem Foto des Profils ist ein attraktiver Mann zu sehen. Wer von ihm angeschrieben wird, schaut genauer hin und löscht die Anfrage nicht sofort.

Vielmehr liest man, was der Mann zu sagen – oder besser zu schreiben – hat.

Nennen wir den Mann einfach einmal James Curtis. Es könnte auch jeder andere Name sein. Er schreibt in Englisch oder einem merkwürdigen Deutsch, das aus einem Translator kommt.

Er sagt, er ist Sub Contractor als Engineer auf einer Oil Rig. Das heißt, er arbeitet als selbstständiger Unternehmer auf einer Bohrinsel. Gerne sagt er, diese sei in der Nordsee sie kann aber auch woanders sein.

Er bittet nach kurzer Zeit darum, den Chat per Google Hangouts oder per E-Mail fortzuführen.

Witwer oder geschieden

Entweder ist er Witwer oder schon lange geschieden. Seine Eltern sind tot oder dement in einem Heim. Geschwister hat er nicht, jedoch ein junges Kind, das in einem Internat oder bei einer Nanny lebt.

Er kommt angeblich aus England, den USA, Irland, Kanada, Süd Afrika, Australien aber manchmal auch aus Deutschland.

Dann erzählt er, dass er einsam ist. Jetzt ist er auf der Suche nach der perfekten Frau fürs Leben. Und was für ein Zufall: Die Frau, mit der er schreibt, entspricht exakt seinen Vorstellungen.

Er schreibt ihr täglich mehrfach. Die E-Mails werden immer vertrauter und nach kurzer Zeit „verliebt“ er sich in die Frau auf der anderen Seite des Chats.

Er schickt romantische Nachrichten, Liebesgedichte und Links zu YouTube Videos. Und manchmal schickt er sogar Blumen oder kleine Geschenke.

Schnell geht er in die Offensive und spricht von einer gemeinsamen Zukunft.

Es passiert etwas auf der Oil Rig (Bohrplattform)

Eines Tages kommt es zu einem Problem. Gerne genutzt ist die Story der gesperrten Kreditkarte. Weil er der Dame seines Herzens Blumen geschickt hat, geschah das Unglück. Beim Händler gab es einen Hackerangriff und deshalb wurden nun aus Sicherheitsgründen die Kreditkarten der Kunden gesperrt.

Was für ein Pech, denn jetzt steht er ohne finanzielle Mittel da. Weil er auf einer Bohrinsel arbeitet, ist es schwer, ihm eine neue Kreditkarte zuzuschicken. Außerdem dauert es einige Tage, bis diese geprägt ist.

Ausgerechnet jetzt kommt es zu einem Notfall im Zusammenhang mit seiner Arbeit auf der Bohrinsel. Er muss unbedingt Material und Werkzeug bestellen. Solange er das Projekt nicht fertig gestellt hat, kommt er nicht von der Bohrinsel und kann seine Angebetete nicht in die Arme nehmen.

Es ist alles eine große Lüge

Wenn sein Job erledigt ist, erhält er eine große Prämie. Die gibt es aber nur, wenn er termingerecht fertig wird. Das ist nun gefährdet, weil seine Karte gesperrt ist.

Er möchte einen Videochat, aber aus technischen Problemen funktioniert es nicht mit dem Bild oder wenn doch, dann nur für wenige Sekunden oder mit einem Standbild.

Er klingt verzweifelt und braucht Hilfe. Also fragt er die Dame seines Herzens, ob Sie ihm kurzfristig helfen können. Das Geld möchte er natürlich nur geliehen, er will es selbstredend schnellstmöglich zurückzahlen.

Der einzige Haken an dieser Geschichte: Nicht ein einziges Wort ist wahr.

Geld soll kurzfristig transferiert werden

Um aus der Notsituation heraus zu kommen bittet er darum, das Geld an seinen Lieferanten zu schicken. Das geht entweder auf ein Konto zum Beispiel in London oder per Bargeldtransfer.

Dazu bietet sich an:

  • Moneygram
  • Western Union

Typische Adressen für die Geldübersendung sind London oder andere britische Städte. Das Geld solle schnellstmöglich überwiesen werden, damit er seine Arbeit sofort beenden und zu seiner Angebeteten kommen kann.

Nach dem Bezahlen passiert wieder etwas

Hat sein Opfer einmal bezahlt, passiert etwas anderes und er braucht wieder und wieder Geld.

Aber: Alles ist gelogen. Die gesamten Geschichten sind frei erfunden.

Auf allen Bohrinseln gibt es gute Internetverbindungen und Telefone. Jeder kann problemlos Videochats machen.

Alle Bohrinseln haben ihre eigenen Materialien. Man muss keine eigenen Werkzeuge oder ähnliches auf die Bohrinsel schaffen.

Unser Rat

  1. Überweisen Sie niemals Geld an Unbekannte.
  2. Schicken Sie nie einem Unbekannten Nacktfotos, mit denen er Sie später erpressen könnte.
  3. Senden Sie ihm keine Kopie Ihres Ausweises.
  4. Schicken Sie ihm keine Nummern von iTunes Karten.
  5. Lassen Sie es nicht zu, dass jemand Geld auf Ihr Konto überweist, das Sie weiterleiten sollen. Sie werden dann unabsichtlich zum Finanzagenten, was strafbar sein kann.

Haben Sie Zweifel an Ihrem Chatpartner?

Sind Sie nicht sicher, ob Ihr Bekannter aus dem Internet echt ist? Dann lassen Sie sich von einem Detektiv unseres Teams beraten. Durch die Expertise unserer Privatdetektive schützen Sie sich vor Schäden finanzieller und emotionaler Art.

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