Autor: Jochen Meismann » Geschäftsführer Detektei A Plus, über 40 Jahre Praxiserfahrung
Stand: November 2025 – Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert, um neue Betrugsmaschen und Änderungen bei Facebook zu berücksichtigen.
Kurz gesagt:
Freundschaftsanfragen auf Facebook von unbekannten Männern oder Frauen sind häufig nicht harmlos. Viele dieser Profile dienen dazu, persönliche Informationen zu sammeln oder später finanziellen Druck aufzubauen. Nehmen Sie eine Anfrage nur an, wenn Sie eindeutig wissen, wer die Person ist. Im Zweifel gilt: löschen, melden und blockieren.
Es wirkt zuerst wie ein alltäglicher Moment: Eine neue Freundschaftsanfrage erscheint, das Profilbild sieht sympathisch aus, und vielleicht gibt es sogar ein paar gemeinsame Interessen.
Doch genau diese Mischung macht viele Nutzerinnen und Nutzer unvorsichtig. Betrüger wissen, wie sie vertrauenswürdig wirken können, und nutzen dieses Wissen konsequent aus.
Viele Profile sind nur wenige Tage alt, haben kaum persönliche Einträge oder zeigen Fotos, die wie aus einer Bilddatenbank stammen. Auch Namen, die man schon einmal gehört hat, bedeuten nicht automatisch, dass das Profil echt ist.
Die Gefahr besteht darin, dass man nicht erkennt, mit wem man es wirklich zu tun hat. Hinter einer harmlosen Anfrage kann eine Person stecken, die später versucht, persönliche Daten abzugreifen, intime Bilder zu erlangen oder emotionalen Druck aufzubauen.

Immer mehr Frauen erhalten Kontaktanfragen von scheinbar sympathischen, aufmerksamen Männern. Deren Profile sind mit ansprechenden Fotos gestaltet und suggerieren eine interessante Biografie, etwa einen Beruf mit vielen Auslandsreisen oder einen Lebensmittelpunkt im Ausland. Die höfliche und charmante Ansprache wirkt schmeichelhaft und soll schnell Vertrauen aufbauen.
Doch genau hier beginnt das Risiko. Hinter diesen Profilen verbergen sich häufig Betrüger, die mit fingierten Identitäten gezielt emotionale Nähe erzeugen.
Ihre Strategie: Durch stetige, einfühlsame Nachrichten, scheinbar persönliches Interesse und Komplimente wird eine intensive Bindung geschaffen, die in keinem Verhältnis zur kurzen Bekanntschaft steht.
Der Wendepunkt folgt, sobald das Vertrauen gesichert ist: Plötzlich treten „Notfälle“ auf. Das können sein eine unerwartete Reisepanne, eine medizinische Krise oder andere finanzielle Engpässe, die stets Mitleid erwecken sollen.
Der anfangs charmante Tonfall weicht zunehmend drängenden Bitten oder sogar emotionaler Erpressung. Fast immer zielen diese manipulierten Kontakte am Ende auf Geld ab.
Deshalb gilt: Ein freundliches Profil ist kein Identitätsnachweis. Wenn Sie die Person nicht persönlich kennen, ist anhaltende Skepsis der beste Schutz. Echte Freundschaften entstehen nicht unter Druck und schon gar nicht aus einer Notlage heraus.
Immer häufiger werden Männer gezielt mit Freundschaftsanfragen von scheinbar attraktiven Frauen angesprochen. Deren Profile wirken oft auffallend professionell und nahezu perfekt inszeniert. Doch genau darin liegt die Gefahr. Diese Accounts sind darauf optimiert, gezielt Aufmerksamkeit und eine spontane, emotionale Reaktion hervorzurufen.
Das strategische Ziel dieser Profile ist meist dasselbe: Sie wollen den Kontakt schnell von der öffentlichen Plattform wie Facebook auf private Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Google Chat verlagern.
Diese Verlagerung ist der kritische Punkt. Sobald das Gespräch in einen privaten, unkontrollierteren Raum verlegt wird, erhöht sich das Risiko massiv. Betrüger nutzen die Anonymität, um gezielt Vertrauen aufzubauen, intime Gespräche zu führen oder unter Vorwänden zur Übersendung von Fotos oder Links zu drängen.
Nicht selten münden diese Kontakte in Erpressungsversuchen, bei denen genau diese privaten Inhalte oder angebliche „Beweise“ gegen den Betroffenen verwendet werden, um Geld zu erpressen.
Schützen Sie sich: Bleiben Sie wachsam! Seien Sie grundsätzlich misstrauisch, wenn ein Profil keinerlei greifbaren Bezug zu Ihrem Leben hat, keine authentischen Aktivitäten zeigt oder ungewöhnlich schnell und drängend private Details erfragen möchte. Ein perfektes Profilbild ist kein Persönlichkeitsnachweis.
Auf den ersten Blick wirken Fake-Profile in vielen Fällen täuschend echt. Bei einer genaueren Prüfung offenbaren sie jedoch charakteristische Warnsignale. Lernen Sie, sie zu erkennen:
Hinter den betrügerischen Profilen stecken oft in afrikanischen Ländern beheimatete kriminelle Banden, die sich beispielsweise auf die Masche Love Scamming “spezialisiert” haben. Auch der Bundesnachrichtendienst BND warnt vor der nigerianischen Mafia.
Eine der hinterhältigsten Methoden von Betrügern ist das Klonen bestehender Profile. Dabei kopieren sie akribisch Fotos, Namen und persönliche Daten einer echten Person, um ein identisches Duplikat zu erstellen. Über dieses Fake-Profil werden dann Freundschaftsanfragen an das gesamte Umfeld des Originals gesendet.
Die Gefahr liegt in der Täuschung: Man sieht einen vertrauten Namen und akzeptiert die Anfrage oft reflexartig, ohne zu prüfen, ob man mit der Person bereits verbunden ist. Erst auf den zweiten Blick fällt auf: Das Profil wirkt leer, es fehlen die gewohnten Beiträge, Fotos und Interaktionen der echten Person.
So handeln Sie richtig:
Dieses Vorgehen unterbindet, dass die Betrüger unter falscher Flagge Ihr Vertrauen missbrauchen, um an private Informationen zu gelangen oder Sie in betrügerische Gespräche zu verwickeln.
Prüfen Sie in den Privatsphäre-Einstellungen, wer Ihnen Freundschaftsanfragen senden kann und wer Ihre Freundesliste sieht. Wenn Sie hier „Freunde von Freunden“ oder „Nur ich“ wählen, erschweren Sie es Betrügern, Ihr Profil und Ihr Netzwerk als Ziel zu nutzen. Weitere Optionen, etwa zur Sichtbarkeit von Beiträgen und Fotos, erhöhen zusätzlich Ihre Sicherheit.
Bei Anfragen von völlig unbekannten Personen hilft ein kurzer Moment der Achtsamkeit. Öffnen Sie das Profil und prüfen Sie, ob es echte Aktivitäten zeigt. Wenn Sie nur wenige oberflächliche Einträge sehen oder das Profil fast leer wirkt, ist Zurückhaltung die beste Entscheidung. Auch gemeinsame Freunde bedeuten nicht automatisch Sicherheit, denn Betrüger fügen häufig wahllos Menschen hinzu, um vertrauenswürdig zu wirken.
Überlegen Sie, ob es einen plausiblen Grund gibt, warum diese Person Kontakt zu Ihnen suchen sollte. Wenn keine Verbindung erkennbar ist, sollten Sie die Anfrage ablehnen. Jedes Zögern kann dazu führen, dass Sie in ein Gespräch geraten, das später komplizierter wird, als Sie es sich vorstellen.
Wenn ein Profil eindeutig betrügerisch erscheint, sollten Sie es sofort melden. Damit schützen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen, die ebenfalls zur Zielgruppe werden könnten.
Ja. Viele dieser Profile dienen ausschließlich dazu, Vertrauen aufzubauen, um später emotionale Nähe auszunutzen. Sobald eine Bindung entsteht, wird häufig beispielsweise durch Love Scamming Geld gefordert oder in anderer Form Druck ausgeübt.
Sehr gefährlich. Hinter attraktiv wirkenden Profilen stehen oft organisierte Betrugsgruppen, die auf Manipulation spezialisiert sind. Sobald der Kontakt persönlicher wird, steigt das Risiko erheblich.
Typisch sind frisch angelegte Profile, wenige Informationen, sehr perfekte Fotos und ein auffallend direkter Kommunikationsstil. Wenn Sie keinen Bezug zur Person erkennen, sollten Sie vorsichtig sein.
Ja, wenn Sie die Person nicht kennen und kein nachvollziehbarer Grund für die Anfrage erkennbar ist. Das schützt Sie zuverlässig vor späteren Problemen.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass mit einem Profil etwas nicht stimmt, sollten Sie nicht warten, bis ein Schaden entsteht. Die A Plus Detektei prüft verdächtige Kontakte diskret und zuverlässig. Wir analysieren Profile, überprüfen Hintergründe und erkennen typische Muster, die auf Betrug hindeuten.
Wenn Sie Klarheit wünschen oder bereits eine unangenehme Erfahrung gemacht haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden. Eine frühzeitige Überprüfung schützt oft vor schweren emotionalen oder finanziellen Folgen.
Nutzen Sie jetzt unsere kostenlose telefonische Beratung durch einen Detektiv und informieren Sie sich, wie wir Ihnen helfen können und welche Privatdetektiv Kosten damit verbunden sind.
Über den Autor:
Jochen Meismann ist Privatdetektiv und geschäftsführender Gesellschafter der A Plus Detektei. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Internetbetrug und der Analyse gefälschter Social-Media-Profile. Seine Erfahrung basiert auf zahllosen realen Fällen aus der täglichen Ermittlungsarbeit.
