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Pressemitteilung 13.08.2008

Handel und Missbrauch mit entwendeten Kontodaten.

Detektei A Plus informiert über bereits lang währenden Datenmissbrauch.

Am 12. August 2008 meldete die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, dass ihr eine CD zugespielt worden sei, die über 17.000 Datensätze enthalte. Hierbei seien neben dem Namen, der vollständigen Adresse und der Telefonnummer auch das vollständige Geburtsdatum sowie die kompletten Bankdaten von über 17.000 Verbrauchern gespeichert gewesen. Die Namen der Excel-Dateien weisen auf die Süddeutsche Klassenlotterie hin.

Bei dieser CD handelt es sich nur um die Spitze des Eisberges. Tatsächlich sind weit über 100.000 Personen betroffen. Eigene Ermittlungen unserer Detektei haben ergeben, dass bereits seit November 2007 auch behördlich bekannt ist, dass massenhaft Kundendaten von Call Centern illegal veräußert und gehandelt werden. Die Daten stammen unter anderem aus Telefonwerbemaßnahmen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Losen der SKL. Hier wurden durch so genanntes Cold Calling wahllos Anrufe getätigt, um den Angerufenen Lose der SKL schmackhaft zu machen. Die anrufenden Call Center schreckten nicht davor zurück zu erklären, sie riefen dabei im Auftrag von Günther Jauch und der SKL an und hätten ein einmaliges Angebot. Die so gesammelten Kundendaten wurden von verschiedensten Call Centern, unter anderem mit dubiosen Ltd. Firmierungen, an ein Unternehmen weitergeleitet, das wiederum eng mit dem Lotterieeinnehmer G. zusammenarbeitet, der wiederum für die Staatliche Süddeutsche Klassenlotterie die Lose vertrieben hatte.

Die zusammengetragenen Daten wurden gespeichert und für weitere Telefonakquisitonen genutzt. Gesammelt wurden sämtliche Daten der Call Center bei einer Unternehmensberatung im westfälischen Haltern am See. Besagte Unternehmensberatung organisiert und berät verschiedene Call Center in der gesamten Bundesrepublik Deutschland, verwaltet deren Datenbestände und vermittelt Produkte und sorgt darüber hinaus für einen Ablauf der Modalitäten zwischen dem jeweiligen Call Center und dem eigentlichen Auftraggeber für die Werbeanrufe. Die Unternehmensberatung erstellte hierzu eine Datenbank, die von einer externen Firma verwaltet wurde. Besagte externe Firma, deren Identität unserer Detektei bekannt ist, beschaffte sich Kopien der kompletten Datenbestände und bot diese am Markt an. Bereits seit November 2007 werden daher große Bestände von Kundendaten dieser Call Center zu Schleuderpreisen von einem Call Center zum anderen weitergegeben. Die Call Center kaufen Komplettdaten der potentiellen Kunden, d.h. Name, Adresse, Geburtsdatum, Telefonnummer und in der Regel Bankverbindung. Gleichzeitig wird den Käufern suggeriert, jeder der dort aufgeführten Kunden habe eine Genehmigung für die Telefonwerbung sowie Weitergabe der Daten erteilt. Dieses ist jedoch in der Regel nicht der Fall.

Ausweislich unserer Detektei vorliegenden Dokumenten wurden insgesamt die Daten von 70.000 Klassenlotterieteilnehmern sowie 45.000 Lottosystemspielern angeboten. Hinzu kamen 52.000 VIP-Gewinnspieleintragungsdienstdaten und 4.000 DSL-Kunden der Telekom. Über die genannten Datensätze hinaus werden auch Daten von so genannten Stornokunden angeboten. Bei diesen handelt es sich um Personen, die zwar einen Auftrag zunächst erteilt hatten, diesen aber innerhalb von 2 Wochen wieder stornierten. Da diese Kundendaten offensichtlich nicht so wertvoll sind wie die anderen Datensätze, werden sie zum halben Preis offeriert.

In einem anderen Angebot werden sage und schreibe 300.000 Daten von Glücksspielteilnehmern mit Geburtsdatum und Bankdaten offeriert, von denen 110.000 aus den letzten 12 Monaten seit Veröffentlichung des Angebotes sind, sowie weitere 200.000, die ihren Auftrag allerdings storniert hatten. Diese Datensätze werden ohne weitere Prüfung von Hand zu Hand gegeben und dienen dazu, dass Call Center versuchen, immer neue Produkte über die bekannten Telefonnummern zu veräußern.

Durch die Beweisführung unserer Detektei konnte nachgewiesen werden, dass die Datenbestände nicht nur in Deutschland kursieren. Vielmehr ist es so, dass die Datenbestände auch an Call Center im Ausland, insbesondere in der Schweiz und in Österreich verkauft wurden. Selbst eine Limited aus Zypern nutzt bereits besagte Datenstände und versucht auf illegaler Art und Weise am Telefon ihre Produkte zu veräußern. Neuerdings wird hierbei die Masche gewählt, dass dem Angerufenen suggeriert wird, er sei ja bereits lange Kunde des Hauses und sicher zufrieden. Auch wenn in der Vergangenheit keine Gewinne erzielt worden seien, so gäbe es jetzt für langjährige treue Kunden eine spezielle Sonderauslosung, in der erhebliche Beträge und Gewinne ausgeschüttet würden, die dann den bisher glücklosen Teilnehmern zu Gute kämen. Hierzu müsse man nur ein weiteres Mitspiel von 6 oder 12 Monaten abschließen. Die Daten seien ja noch im Datenbestand vorhanden und man könne jetzt am Telefon sofort Nägel mit Köpfen machen und bekäme noch eine attraktive Gratisprämie, die nur alten Kunden gewährt würde. Der Angerufene nimmt folglich an, dass es sich bei der anrufenden Firma um ein Unternehmen handelt, mit dem er bereits in der Vergangenheit kooperiert hat, was jedoch hier nicht der Fall ist. In diesem Zusammenhang wird der Angerufene darum gebeten, dass man im Rahmen des Datenabgleichs noch einmal die vorhandenen Daten prüfen wolle, um festzustellen, ob der Angerufene auch tatsächlich berechtigt sei, an dieser Sonderverlosung teilzunehmen. Angeboten werden hierbei überwiegend Lottosysteme oder Eintragungen bei so genannten Gewinnspieldiensten im Internet. Mit Änderung des Staatsvertrages ist eine weitere telefonische Bewerbung der Lose der Klassenlotterie nicht mehr möglich, so dass seit dem Jahr 2008 hierfür keine Telefonwerbung mehr betrieben wird. Dieses hindert die Call Center jedoch nicht daran, mit den alten Datenbeständen Werbung zum Thema Lotto spielen, Tippgemeinschaften, o.ä. zu machen.

Über diesen unglaublichen Datenhandel mit gestohlenen Daten sind die Behörden bereits seit langer Zeit informiert. Auch die Süddeutsche Klassenlotterie weiß zumindest über ihren Lotterieeinnehmer G. von diesen Vorgängen. Aktivitäten zur Aufklärung der Vorgänge konnten bislang hier nicht festgestellt werden. Bereits am 20.11.2007 wurde bei einer deutschen Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen der Vorgänge im Zusammenhang mit der Entwendung der Daten sowie dem daraus resultierenden Handel gestellt. Aktivitäten zur Eindämmung des Schadens konnten diesseits allerdings noch nicht festgestellt werden. Aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet, ist die Erklärung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, wonach nunmehr die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach mit der Ermittlung betraut worden sei, nicht zu verstehen, denn es bleibt die Frage im Raum stehen, warum seit November 2007, also seit nunmehr einem ¾ Jahr nichts Erkennbares geschehen ist, um einen weiteren Missbrauch zu verhindern.

Durch eigene Ermittlungen und Beweisführungen konnte unsere Detektei Feststellungen treffen, wonach die illegal gehandelten Daten inzwischen international genutzt werden.

Unsere Detektei rät von daher allen Personen, die am Telefon unaufgefordert kontaktiert werden, um Ihnen entsprechende Angebote zu unterbreiten, höchst vorsichtig zu reagieren. Aufgrund der Tatsache, dass bereits die Bankdaten in vielen Fällen bei den dubiosen Anrufern, die zum Teil aus dem Ausland operieren, vorhanden sind, ist es besonders wichtig, die jeweiligen Kontoauszüge zu kontrollieren, um sicher zu stellen, dass trotz ablehnender Haltung am Telefon nicht unzulässig Geld eingezogen wird. Sofern entsprechende Werbeanrufe eingehen, werden die Verbraucherzentralen oder ein Rechtsanwalt gerne behilflich sein, wenn es darum geht, Unterlassungsansprüche gegen den Anrufer geltend zu machen. Hierzu ist es wichtig, sich zur Bestätigung des Telefonates entsprechende Unterlagen zuschicken zu lassen, um eine Beweisführung vornehmen zu können. Die Rufnummern der Call Center sind in der Regel unterdrückt, so dass eine Identifizierung anhand der Rufnummer nicht möglich ist. Selbst für den Fall, dass eine solche Rufnummer angezeigt wird, ist dieses nicht gleich bedeutend damit, dass der Teilnehmer auch von dieser Rufnummer aus angerufen wird, da sich einige Call Center inzwischen die Möglichkeit entwickelt haben, falsche Rufnummern im Display anzuzeigen. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die Call Center bereits am Telefon erklären, dass die Bekanntgabe der Daten automatisch zu einem Vertrag führt. Ein Widerrufsrecht wird in der Regel nicht erwähnt. Eine juristische Auseinandersetzung mit einem Unternehmen, das seinen Sitz beispielsweise in Zypern hat, ist ohnehin recht kompliziert, so dass im Falle eines Falles besser darauf verzichtet werden sollte, eine entsprechende Bindung – und sei es auch nur zu Beweiszwecken – einzugehen. Hierzu bedarf es entsprechender Fachkenntnis und der nötigen Akribie, um diesen Call Centern überhaupt beikommen zu können. Empfehlenswert ist es dann, den Anrufern zu erklären, dass die besagte Person schon lange verstorben sei, nach unbekannt verzogen ist, oder mittlerweile entmündigt wurde. In diesem Fall wird zumindest von dem anrufenden Call Center keine weitere Belästigung mehr erfolgen, da auch bei noch so ausgefeilten Methoden ein Erfolg nicht mehr wahrscheinlich ist. Sagt man hingegen nur, man habe kein Interesse, so öffnet man weiteren Anrufen, die mit einer anderen Taktik an die Thematik herangehen, nur Tür und Tor. Für jene Betroffenen, deren Telefonnummer ihnen nicht wirklich wichtig ist, sei anzuraten sich eine neue Telefonnummer zuzulegen, weil dann die Kontaktierung durch das Call Canter nur sehr schwer möglich sein wird, da der Aufwand, der mit der Feststellung der neuen Rufnummer einhergeht, in der Regel zu groß ist, und von den Call Centern gescheut wird. Es ist allerdings zu befürchten, dass es hierzu auch automatisierte Abgleiche durch die Call Center geben wird, die im Falle eines Telefonnummernwechsels sofort die neue Rufnummer automatisch einbinden. Im Zweifelsfall ist es stets ratsam, die Verbraucherzentrale oder einen Rechtsanwalt um Hilfe zu bitten, wobei festgestellt werden muss, dass der Kampf gegen die Call Center zu vergleichen ist mit dem Kampf, den Don Quichotte einst mit Windmühlenflügeln focht.

Übernahme dieser Informationen durch journalistische und andere Medien ist ausschließlich unter Quellenangabe http://www.detektei-aplus.de und Nennung der Detektei A Plus statthaft. Für Rückfragen zu dem Thema steht Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung: Jochen Meismann, 01805 - 10 10 60 (0,14 EUR / min aus dem deutschen Festnetz. Abweichende Gebühren aus dem Mobilfunknetz unterschiedlich je nach Anbieter).

 

 

 

 

 

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