Autor: Jochen Meismann
Instagram ist eine beliebte Plattform für Prominente und Fans, aber auch ein Tummelplatz für Betrüger, die mit gefälschten Promi-Konten Fans täuschen und um ihr Geld bringen.
In diesem Artikel klären wir über die Risiken des sogenannten „Meet-and-Greet“-Betrugs auf Instagram auf. Unser Ziel ist es, Sie über die Methoden der Betrüger zu informieren, typische Warnsignale zu identifizieren und praktische Tipps zu geben, wie Sie sich vor solchen Betrugsmaschen schützen können.
Der „Meet-and-Greet“-Betrug richtet sich an Männer und Frauen, wobei Frauen besonders häufig als Zielgruppe ausgewählt werden. Die Täter, auch als Scammer (englisch für Betrüger) bekannt, nutzen eine gut durchdachte Masche, um ihre Opfer zu täuschen. Nachfolgend die typischen Schritte, wie der Betrug abläuft:
Sobald Sie glauben, privat mit dem Star zu schreiben, ist die Falle fast zugeschnappt. Doch seien Sie skeptisch: Schreiben internationale Stars wirklich privat mit Fans? In den meisten Fällen nicht. Zwar bestätigen Ausnahmen die Regel, doch generell gilt: Echte Prominente nutzen ihre Social-Media-Kanäle nicht für private Chats mit Fans.
Betrüger setzen gezielt auf psychologische Manipulation, um bei ihren Opfern Vertrauen und emotionale Abhängigkeit zu erzeugen. Sie nutzen Schmeicheleien, scheinbare Offenheit und das Versprechen von Exklusivität, um ihre Opfer zu täuschen.
Der vermeintliche Star beginnt, Ihnen intensiv zu schreiben, und der Schriftverkehr wird schnell persönlich. Sie werden mit Komplimenten und vermeintlichen Geheimnissen überhäuft, während private Fragen zwar beantwortet werden – allerdings oft nur oberflächlich und vage.
Dabei betont der Betrüger immer wieder, dass alles streng geheim bleiben muss – angeblich, um die Privatsphäre des Stars zu schützen. Mit der Zeit werden die Nachrichten immer vertrauter: Sie werden als „Darling“, „My Queen“ oder „My Princess“ angesprochen, und der vermeintliche Star beteuert, alles für Sie tun zu wollen.
Diese emotional aufgeladenen Botschaften sollen eine enge Bindung schaffen und Sie dazu bringen, Ihr normalerweise vorhandenes rationales Denken auszuschalten.
Indem der Betrüger Ihre vermeintliche Einzigartigkeit betont und Ihnen das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein, wird es schwerer, die Warnsignale zu erkennen. Gleichzeitig nutzt er die vermeintliche Geheimhaltung, um Sie davon abzuhalten, mit Freunden oder Familie über die Situation zu sprechen – was eine kritische Überprüfung der Situation verhindert.
Wenn Sie nach einem Videoanruf oder einer Sprachnachricht fragen, kommen Ausreden wie:
Irgendwann kommt der Punkt, an dem der Betrüger das Thema persönliches Treffen anspricht:
Die angebliche Lösung: Ein bezahltes Meet and Greet. Der Betrüger erklärt, dass er lange darüber nachgedacht habe und nur eine Möglichkeit sehe:
Dabei gibt er eine E-Mail-Adresse des angeblichen Managements an, zum Beispiel: messagesandbookings@xxx.com.
Schreibt man an diese Adresse, erhält man schnell eine vorgefertigte Antwort. Auffällig ist dabei, dass das „Management“ nicht einmal den Namen des Opfers korrekt verwendet – ein weiteres Warnsignal.

Plötzlich kommt eine überraschende Forderung: Ein Treffen mit dem Star ist nicht umsonst. Das angebliche Management bietet drei verschiedene Pakete an, die die Fans buchen können:
Das „Management“ betont, dass es nur ein begrenztes Zeitfenster gibt, um diese exklusiven Tickets zu buchen. Damit setzt der Betrüger das Opfer gezielt unter zeitlichen Druck.
Die meisten Fans sind zunächst geschockt, dass ein Treffen mit ihrem Idol so viel Geld kosten soll. Auf die Frage, warum das Treffen bezahlt werden muss, kommt eine schnelle Antwort:
Wenn das Opfer erklärt, dass es die geforderte Summe nicht aufbringen kann, schlägt der Betrüger eine Ratenzahlung vor. Beispielsweise bietet das angebliche Management an, monatlich 500 Euro zu zahlen, bis die Gesamtsumme erreicht ist. Gleichzeitig wird gezielt nach dem monatlichen Einkommen des Opfers gefragt, um den finanziellen Spielraum auszuloten und die Zahlungen an die individuelle Situation anzupassen.
Viele Opfer fühlen sich aufgrund der emotionalen Manipulation und der Illusion von Exklusivität dazu gedrängt, die geforderten Beträge zu zahlen. Die Betrüger erwecken geschickt den Eindruck, dass sie eine besondere Beziehung zu ihrem Opfer haben und dass das Opfer eine einzigartige Chance erhält, die es nicht verpassen darf.
Diese Mischung aus emotionaler Bindung und falschen Versprechungen führt dazu, dass Opfer rationales Denken ausschalten und sich auf die Forderungen einlassen.
Falls das Opfer zögert oder Zweifel äußert, setzen die Betrüger gezielt auf emotionale Manipulation, um Druck auszuüben und Schuldgefühle zu erzeugen. Typische Aussagen sind:
Diese Botschaften zielen darauf ab, das Opfer emotional zu binden und es dazu zu bringen, die eigenen Bedenken zu überwinden. Die Betrüger nutzen die Sehnsucht nach Nähe und Anerkennung aus, um ihre Opfer gefügig zu machen.
Die Betrüger spielen gezielt mit den Gefühlen ihrer Opfer, indem sie:
Sobald die erste Zahlung ansteht, erhält das Opfer die Kontodaten. Auffällig ist, dass das Konto im Ausland liegt – oft in Ländern wie Italien, USA oder Lettland.
Auf Nachfrage erklärt das vermeintliche Management, dass es sich um einen Finanzmanager handelt, der das Geld weiterleitet. Tatsächlich nutzen die Betrüger in diesen Ländern offenbar Mittelsmänner, um die Zahlungen entgegenzunehmen und weiterzuleiten.
Hinter diesen Betrügereien stecken organisierte kriminelle Netzwerke wie die ‘Nigeria Connection‘, die die Bewunderung der Fans für Prominente ausnutzen, um große Geldsummen zu ergaunern.
Theoretisch kann jeder Star für diese Masche missbraucht werden, doch einige Prominente scheinen bei den Betrügern besonders beliebt zu sein. Dazu zählen unter anderem:
Echte Stars kontaktieren ihre Fans nicht über soziale Medien wie Instagram oder Facebook, um Geld für ein Treffen zu verlangen. Wer über soziale Medien für ein Meet-and-Greet eine Zahlung fordert, handelt mit hoher Wahrscheinlichkeit betrügerisch.
Zwar gibt es vereinzelt Prominente, die für Autogramme Gebühren verlangen, doch dies ist die Ausnahme und bewegt sich in einem überschaubaren Rahmen. Zahlungsaufforderungen für andere Leistungen sind hingegen äußerst unüblich.
All diese Szenarien sind klassische Betrugsmaschen.
Echte Star-Profile auf Instagram sind durch einen kleinen blauen Haken gekennzeichnet, der die Verifizierung durch das soziale Netzwerk bestätigt. Fehlt dieser Haken und hat das Konto nur wenige Follower, handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Fake-Account.
Stehen Sie über Instagram, Facebook oder andere Plattformen mit einem angeblichen Star in Kontakt und sind unsicher, ob es sich um eine echte Person handelt? Zahlen Sie auf keinen Fall Geld für ein Meet-and-Greet oder ähnliche Angebote. Die Betrüger hinter diesen Masche sind hochprofessionell und nutzen geschickt die emotionale Verbindung ihrer Opfer zu den Stars aus.
Handeln Sie jetzt:
Wenn Sie Zweifel haben, ob es sich um einen Betrug handelt, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenden Sie sich an einen Detektiv unseres Teams, um die Situation unabhängig prüfen zu lassen. Schützen Sie sich vor finanziellen und emotionalen Schäden, indem Sie verdächtige Kontakte melden und sich beraten lassen.
Teilen Sie dieses Wissen:
Helfen Sie mit, andere zu schützen, indem Sie diesen Artikel mit Freunden, Familie oder in Ihren sozialen Netzwerken teilen. Je mehr Menschen über die Taktiken der Betrüger Bescheid wissen, desto schwerer wird es für diese, neue Opfer zu finden.
