Die Betrugsmasche als Arzt in Syrien

Eine derzeit beliebte Betrugsmethode: Heiratsschwindler halten sich angeblich als Arzt in Syrien auf.

Neue Betrugsmasche der Heiratsschwindler. Angeblicher Arzt aus Syrien entpuppt sich als Betrüger.Vor etwa 2 Monaten schrieb mich ein „William Brown“ aus Toronto  auf der Internetplattform  „Badoo“ an. Neugierig geworden antwortete ich ihm.

Recht schnell gab er mir bereits seine Handy-Nummer, damit wir uns über Whats App kommunizieren konnten.

Nach kurzer Zeit will der Betrüger schon heiraten

Nach kurzer Zeit schrieb er schon, dass ich seine Frau werden solle und dass er mit mir eine Beziehung wolle. Allerdings macht er das ohne jemals nach privaten Dingen, wie zum Beispiel meinen Hobbys gefragt zu haben.

Trotz alle dem blieb ich mit ihm in Kontakt und bat ihn, mir ein Foto von ihm zu schicken. Dieser Bitte kam er auch direkt nach und ich bekam ein schönes Foto von ihm als Arzt im Krankenhaus.

Ich fragte ihn, wo er her käme und wo er jetzt sei. Darauf antwortete er, dass er aus Kanada käme und zurzeit in Syrien wäre. Dort müsse er noch bis Mai bleiben.

Als seine Frau soll ich ihm helfen, aus Syrien herauszukommen

Auf meine Frage, ob er dort freiwillig oder gezwungenermaßen sei, fing er an zu jammern, ich solle ihm helfen, von dort wegzukommen. Ich könnte doch nicht wollen, dass er in Syrien stirbt.

Es sei kaum noch auszuhalten. Bei ihm im Hof seien heute ein Soldat und außerdem 2 Hunde erschossen worden. Einer der Hunde habe ihm gehört. Ich hatte während verschiedener Telefonate mit ihm auch einen Hund bellen hören. Es sei grausam und so schrecklich in Syrien, ich solle ihm helfen von dort weg zu kommen.

Katastrophen in Syrien

Als ich abends erneut Kontakt zu ihm aufnahm und fragte, was er gerade so mache, antwortete er, dass er gerade eine Operation vorbereiten müsse. Der Tag heute sei ganz grausam gewesen, es habe 2 Tote gegeben und 2 weitere Personen lägen im Koma. Hier gab er noch an, dass er orthopädischer Chirurg sei.

Auf meine Fragen nach seinem Beruf schickte er mir immer nette Fotos. Dazu schrieb er aber, dass er eigentlich keine Fotos aus dem Krankenhaus schicken dürfe. Er tue das nur, um mich glücklich zu machen.

Die erste Bitte um Geld

Bald darauf fragte er mich nach meiner E-Mail Adresse, damit er mir Dokumente schicken könne. Ferner fragte er mich nach 1.200,00 €. Den Betrag brauche er, damit er mich als seine Frau eintragen lassen könne. Das müsse sein, damit er mich in München besuchen könne. Er hätte in Syrien keine Kreditkarte.

Ich antwortete ihm, dass ich keine E-Mail Adresse habe, weil ich keine E-Mail Adresse brauche. Er ließ nicht locker und fragte immer wieder nach einer E-Mail Adresse. Zu guter Letzt schickte er mir trotzdem seine E-Mail Adresse. Ich blieb standhaft und sagte, nein danke, ich benötige keine E-Mail Adresse.

Kontakt ohne bewegte Bilder

Wir telefonierten einige Male über WhatsApp. Ich sagte ihm immer wieder, dass es mir lieber wäre, wenn wir über Skype telefonieren würden, da ich ihn dann auch mal sehen könnte.  Aber das wollte er nie.

In seinen WhatsApp Nachrichten sprach er von der „wahren Liebe“. Ihm schienen die Fotos von mir zu gefallen. Ich muss zugegeben, dass auch ich hier vor Liebe blind war.

Allerdings kamen mir doch irgendwie Zweifel. Darum schrieb ich ihm, wenn er wirklich Interesse an mir hätte, dann wäre es ihm auch möglich nach Deutschland zu kommen, ohne dass ich ihm Geld schicken müsse. Schließlich sei er doch Arzt.

Misstrauisch geworden schrieb ich ihm auch, dass ich glaube, dass es sich bei seinem Profilfoto um ein Fake-Foto handelt. Daraufhin antwortete er ziemlich überrascht „What fake? My face?“  Ich ließ jedoch nicht locker. Stattdessen schrieb ich weiter, dass ich nicht mehr sicher sei, dass er wirklich in Syrien sei und dort als orthopädischer Chirurg arbeite.

Ferner schrieb ich noch, dass er aufhören solle mit diesen ganzen Betrügereien. Auch fragte ich noch, ob er zeitgleich 20 – 30 Profile habe. Als Antwort bekam ich nur eine kurze Nachricht „What? I don’t understand!“

Bis zu diesem Zeitpunkt antwortete er auf meine Nachrichten immer sehr schnell. Nachdem ich ihm aber meine Zweifel mitgeteilt hatte und kein Geld überwiesen werde, ließ er sich plötzlich Zeit.

Die letzte Nachricht, die ich von ihm bekam, waren ein Foto und ein Smiley mit Herz mit den Worten, dass er mich immer noch liebe!

Vorsicht vor Betrügern, die über das Internet Kontakt suchen

In den vergangenen Wochen haben wir von verschiedensten ähnlichen Maschen gehört. Danach hält sich stets jemand als Arzt, Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, oder in anderer öffentlicher Tätigkeit in Syrien auf. All diese Maschen haben eines gemein: die Leute wollen unbedingt raus, brauchen dazu Geld und das soll dann interessanter Weise nach Afrika transferiert werden.

Wenn Sie von so einer Person angeschrieben werden, blockieren Sie am besten den Kontakt sofort. Eines dürfen Sie auf keinen Fall machen: Geld überweisen.

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